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Ludwig XVI. (1754-1793)

Ludwig XVI.
Ludwig XVI. – Bild: Everett – Art / Shutterstock.com

Ludwig XVI. ging als letzter König des französischen Ancien Régime in die Geschichte ein.

Er fand sein Ende unter der Guillotine.

Herkunft Ludwigs XVI.

Geboren wurde Ludwig August von Frankreich am 23. August 1754 in Versailles. Sein Vater Ludwig Ferdinand (1729-1765) war der Thronfolger Frankreichs und ältester Sohn von König Ludwig XV. (1710-1774). Seine Mutter, die in Dresden geborene Maria Josepha von Sachsen (1731-1767), war die Tochter des sächsischen Kurfürsten Friedrich August II.

Seine ersten Jahre verbrachte der junge Ludwig zusammen mit seiner Familie beinahe bürgerlich und jenseits des turbulenten Hoflebens. Dazu trug auch bei, dass König Ludwig XV. seinem Sohn keinerlei Regierungsverantwortung übertrug. Ludwig August wurde der Titel des Herzogs von Berry verliehen.

Bei seiner Geburt war der komplette Hofstaat anwesend, was seinerzeit bei potentiellen französischen Thronfolgern zu den üblichen Vorgängen zählte. Dabei versahen drei Minister die Funktion, die Geburt des Babys zu bezeugen. Nach der Geburt Ludwigs wurden von der Kirche feierliche Bittgesänge abgehalten und ein prächtiges Feuerwerk veranstaltet.

Ludwig August hatte bei seiner Geburt noch zwei Geschwister, nämlich seine Schwester Zephyrine (1750-1755) sowie seinen 1751 geborenen älteren Bruder Louis Joseph Xavier. Daher war es unwahrscheinlich, dass er einst der Nachfolger von Ludwig XV. werden würde, da sein Vater und Bruder vor ihm rangierten.

Weil Ludwigs Amme nicht in der Lage war, ihn als Baby mit genügend Milch zu versorgen, geriet sein junges Leben in Gefahr, da es versäumt wurde, sie gegen eine der Ersatzammen auszutauschen. Erst nach einem Monat wurden die Hintergründe offenbar und Voltaires Leibarzt Théodore Tronchin verordnete dem Säugling einen Kuraufenthalt, was ihm das Leben rettete.

Bis zu seinem sechsten Lebensjahr wurde Ludwig August von der Comtesse de Marsan erzogen und gepflegt. Bis auf eine Kurzsichtigkeit war der Junge weitgehend gesund.

Kindheit und Ausbildung

Ludwig August verlebte seine Kindheit gemeinsam mit seinem älteren Bruder Louis Joseph Xavier sowie seinen jüngeren Brüdern, die später als Ludwig XVIII. und Karl X. in die Geschichte eingingen.

Am 22. März 1761 starb Louis Joseph Xaxier jedoch an Knochentuberkulose. Dadurch stieg Ludwig August zum Nachfolger seines Vaters auf.

Am 20. Dezember 1765 verstarb auch Ludwig Ferdinand im Alter von 36 Jahren an Tuberkulose. Ludwig war nun der neue Dauphin von Frankreich.

Auf Veranlassung seiner Eltern wurde Ludwig August umfassend ausgebildet, wobei die Erziehung streng autoritär verlief. Schon für Kleinigkeiten erhielt der Prinz harte Strafen. Verantwortlich für seine Erziehung war der Herzog La Vauguyon, der von mehreren Hauslehrern unterstützt wurde.

Ludwigs Lernerfolge wurden von seinen Eltern streng überprüft. Lobende Erwähnung fanden Ludwigs Fähigkeiten in Geschichte und Latein. Außerdem besaß er ein gutes Gedächtnis.

Ludwig selbst war von den strengen Erziehungsmethoden des Herzogs La Vauguyon weniger angetan. So lehnte er ihn später als Erzieher für seine eigenen Kinder ab.

Tod der Mutter

Der Tod seines Vaters hatte auch Ludwigs Mutter schwer getroffen. Sie wandte sich gegen die Heiratspläne zwischen Ludwig August und der österreichischen Erzherzogin Maria Antonia, der jüngsten Tochter des Habsburger Kaiserpaars Maria Theresia und Franz I. Stephan, womit sie 1766 einen Aufschub erreichte.

Maria Josepha erkrankte jedoch an Lungentuberkulose und verstarb am 15. März 1767.

Ludwig XVI. heiratet Marie-Antoinette

Am 16. Mai 1770 wurde Ludwig im Alter von 15 Jahren mit Maria Antonia verheiratet. Sie war ein Jahr jünger als der Dauphin und erhielt den französischen Namen Marie-Antoinette.

Bis zum tatsächlichen Vollzug der Ehe dauerte es noch sieben Jahre. So waren die beiden Persönlichkeiten zu gegensätzlich. Zum Beispiel gab sich Marie-Antoinette gerne Prunk und rauschenden Festen hin, während sich Ludwig eher bürgerlich zeigte und gerne handwerkliche Tätigkeiten durchführte.

Erst nach einem Besuch des österreichischen Kaisers Joseph II. im Jahr 1777 in Versailles wurde Marie-Antoinette schwanger.

Nachkommen

Mit Marie-Antoinette hatte Ludwig zwei Söhne und zwei Töchter. Dies waren Marie-Thérèse Charlotte (1778-1851), Louis Joseph (1781-1789), Charles Louis (1875-1795) sowie Sophie Hélène Béatrice (1786-1787).

Aufstieg zum König

Am 10. Mai 1774 starb König Ludwig XV., sodass sein Enkel im Alter von 19 Jahren dessen Nachfolge als Ludwig XVI. antrat. Die Krönung des neuen Königs wurde am 11. Juni 1775 in Reims abgehalten.

Ludwigs Zeitgenossen schätzen den Thronfolger jedoch nicht besonders hoch ein. So galt er als schüchtern und misstrauisch. Außerdem machte er oft eine unglückliche Miene und galt als wenig elegant.

Der junge König wurde schon bald mit den gravierenden Problemen seines Landes konfrontiert. So litt Frankreich unter einer massiven Staatsverschuldung. Als Mentor hatte Ludwig XVI. den betagten Graf von Maurepas ausgewählt, der sich jedoch als wenig einsatzfreudig erwies und die Innenpolitik bis zu seinem Tod 1781 lähmte.

Nach dem Ableben von Maurepas unternahm Ludwig XVI. den Versuch, die Staatsgeschäfte selbst in die Hand zu nehmen. So griff er bei Grundsatzentscheidungen persönlich ein. Die Bündnisse mit Österreich und Spanien erneuerte er. Außerdem neigte er zu einem guten Verhältnis mit Preußen.

Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg

Während des Unabhängigkeitskrieges in den nordamerikanischen britischen Kolonien von 1775 bis 1783 stellte sich Ludwig XVI. auf die Seite der Rebellen. Dabei ging er 1778 eine Defensivallianz sowie einen Handelsvertrag mit den jungen Vereinigten Staaten von Amerika ein.

Bis zu 11.000 französische Soldaten wurden zur Unterstützung der Kolonisten nach Nordamerika geschickt. 1781 trugen sie zur britischen Niederlage bei Yorktown bei. 1783 waren die Briten dazu gezwungen, den Frieden von Paris zu schließen und der amerikanischen Kolonie die Unabhängigkeit zu gewähren.

Trotz des militärischen Erfolgs über den Erzfeind musste Frankreich jedoch durch den Krieg einen gewaltigen Anstieg der Verschuldung hinnehmen, die letztlich zum Untergang von Ludwigs Herrschaft führen sollte.

Auf dem Weg zur Revolution

Während Ludwig XVI. versuchte, die Finanzprobleme des Landes zu lösen, hungerte das einfache französische Volk zunehmend. Dabei stiegen die Brotpreise massiv an. Darüber hinaus waren seine Gemahlin Marie-Antoinette und die Höflinge von Versailles überaus unbeliebt. So lebte die Königin in Saus und Braus und verspielte hohe Summen beim Glücksspiel.

Im Jahr 1787 berief der König aufgrund der sich zuspitzenden finanziellen Lage die Notabeln ein. Bei den Notabeln handelte es sich um hohe Adlige, die als königliche Berater fungierten.

Da der Adel und der Klerus bislang in Frankreich im Unterschied zum dritten Stand keine Steuern zu entrichten brauchten, sah Ludwig XVI. nun auf Vorschlag seines Finanzministers Calonne (1734-1802) die Zeit gekommen, dieses Vorrecht zu ändern und diese beiden Stände ebenfalls zu besteuern. Die Notabeln waren mit dieser Steuerreform jedoch nicht einverstanden, da sie ihre Privilegien nicht aufgeben wollten.

Der Adel betrieb sogar eine offene Oppositionspolitik gegen den König und wurde dabei von dessen Vetter Philippe, dem Herzog von Orléans (1747-1793), angeführt. Durch die Wiedereinsetzung der alten obersten Gerichte, der Parlamente, im Jahr 1774 hatte Ludwig, ohne es zu wollen, die Reformgegner sogar gestärkt.

Ein weiteres Problem war, dass viele der aus Amerika zurückgekehrten Soldaten das revolutionäre Gedankengut in die Heimat mitbrachten und dort weiterverbreiteten. Mehr und mehr stieg die Unzufriedenheit in breiten Schichten der Bevölkerung an.

In den folgenden Jahren kam es zu einem Machtkampf zwischen dem Parlament und dem König, der die Reformgesetze seines neuen Finanzministers Étienne Charles de Loménie de Brienne (1727-1794) durchzubringen versuchte. Von Marie-Antoinette bedrängt entließ Ludwig XVI. Brienne und setzte dafür den Schweizer Jacques Necker (1732-1804) als dessen Nachfolger ein, der bereits 1776 bis 1781 dieses Amt ausgeübt hatte.

Einberufung der Generalstände

Zur Verabschiedung von finanziellen Reformen berief Ludwig XVI. am 4. Mai 1789 zum ersten Mal seit 1614 die Generalstände wieder ein. Von den Ständevertretern wurde der König kühl empfangen. Ludwig wiederum warnte die Stände davor, den Wunsch nach neuen Reformen zu übertreiben. Dabei unterschätzte er jedoch die Zuspitzung der Lage vollkommen.

Am 17. Juni erklärten sich die Vertreter des Dritten Standes zur Nationalversammlung und leisteten drei Tage später den Ballhausschwur. In einer Rede an die Delegierten wandte sich Ludwig XVI. gegen deren Bestrebungen, die er für ungesetzlich hielt. Gleichzeitig gewährte er aber auch einige wichtige Zugeständnisse wie Pressefreiheit, individuelle Freiheit und Budgetkontrolle.

Sturm auf die Bastille

Als der König den beliebten Finanzminister Necker am 11. Juli entließ und neue Regimenter aus dem Ausland in Versailles eintrafen, eskalierte die Situation in Paris. So kam es am 14. Juli zum blutigen Sturm auf die Bastille.

Ludwig XVI. sah sich nun genötigt, selbst nach Paris zu fahren und dort eine Rede zu halten, in der er bekundete, kein Blutvergießen zu wollen. Mehr und mehr büßte der König in den folgenden Wochen an Macht ein und gab die Initiative aus der Hand.

Im August hob die Nationalversammlung die Privilegien von Adel und Klerus auf und rief die Bürger- und Menschenrechte aus.

Der König war nicht mehr imstande, aktiv zu handeln, und konnte nur noch reagieren. Innerhalb kürzester Zeit war seine absolutistische Herrschaft zusammengebrochen.

Umzug Ludwigs XVI. nach Paris

In Paris war die Situation weiterhin angespannt. Die Brotpreise stiegen ins Unermessliche, das Volk hungerte nach wie vor und Radikale wie Danton und Marat riefen das Volk zum Aufstand auf.

Als der König am 5. Oktober 1789 dessen ungeachtet auf die Jagd ging, strömten Tausende von Marktfrauen, aufgebrachte Bürger und Nationalgardisten von Paris nach Versailles, um den König zur Rede zu stellen.

Ludwig XVI. versprach eine Lösung des Brotproblems. Von der aggressiven Menge wurde er jedoch dazu gebracht, seine bislang noch fehlende Unterschrift auf die Menschen- und Bürgerrechtserklärung zu leisten.

Trotz seiner Zugeständnisse drangen bewaffnete Aufständische am Morgen des 6. Oktobers ins Schloss ein. Der Kommandant der Nationalgarde, der General de La Fayette, riet Ludwig XVI., sich dem Volk zu zeigen. Als Ludwig mit seiner Familie den Balkon betrat, verlangte die Menge von ihm, nach Paris zu kommen. So musste die königliche Familie noch am selben Tag Versailles für immer verlassen und in den Pariser Tuilerien-Palast umziehen.

Obwohl Ludwig XVI. den Reformen der Französischen Revolution zunächst positiv gegenüberstand, öffentliche Arbeitsplätze geschaffen und die Folter verboten hatte, lehnte er die Souveränität des Volkes ab. Sie war für ihn mit den monarchistischen Prinzipien unvereinbar. Daher lehnte er auch die Französische Revolution ab, was die herrschenden Eliten des Landes sowie alle anderen Herrscher Europas ebenso taten.

Leben in Paris

Als sich Ludwig XVI. am 14. Juli 1790 auf dem Föderationsfest zeigte und einen Treueid auf die neue Verfassung und die französischen Nation leistete, erlebte er noch einmal eine letzte Woge der Begeisterung. Die Finanzkrise blieb jedoch ungelöst, sodass er ein neues Kabinett bildete, das aus Anhängern von La Fayette bestand.

Am 13. November 1790 musste der König vor einem wütenden Mob ins Dachgeschoss des Tuilerien-Palastes fliehen. Erst die Nationalgarde drängte die wütende Menge zurück.

Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich Ostern 1791. Der König und seine Familie wollten die Feiertage in Saint-Cloud zubringen, wurden jedoch daran von der Nationalgarde und einer aggressiven Menge gehindert. Ludwig XVI. fühlte sich nun wie ein Gefangener und plante seine Flucht ins Ausland.

Flucht Ludwigs XVI. nach Varennes

In der Nacht vom 20. zum 21. Juni 1791 versuchte Ludwig XVI. mit seiner Familie aus Frankreich zu fliehen. In dem kleinen Ort Varennes endete die Flucht jedoch, als der König erkannt wurde. Die königliche Familie musste unverrichteter Dinge wieder nach Paris zurückkehren, wo sie den letzten Rest an Vertrauen verspielt hatte. Überdies hatte Ludwig XVI. bei seiner Flucht ein Manifest zurückgelassen, in dem er sich als Gefangenen bezeichnete, was ihn viele Sympathien kostete.

Immer mehr Bürger forderten nun das Ende der Monarchie in Frankreich. Von der Mehrheit der Constituante wurde jedoch die Entscheidung getroffen, Frankreich in eine konstitutionelle Monarchie umzuwandeln.

Am 13. September 1791 nahm Ludwig XVI. die neue Verfassung an und wurde damit zum König der Franzosen. Dabei sollte er die Exekutive ausüben und über ein Vetorecht verfügen. König von Gottes Gnaden war er jedoch nicht mehr. Stattdessen galt er als erster Repräsentant des Volkes.

Bei einer Rede am 7. Oktober 1791 zur Eröffnung der Nationalversammlung erhielt Ludwig XVI. viel Beifall, sodass der Fluchtversuch vergessen zu sein schien. Allerdings hielt diese Harmonie nicht lange an, weil der König sein Veto gegen die gesetzmäßige Deportation von Priestern, die den Eid auf die Verfassung verweigerten, einlegte.

Ausbruch des Koalitionskrieges

Nach der Pillnitzer Deklaration vom 27. August 1791 hatte sich das Verhältnis zwischen Österreich und Preußen auf der einen Seite und Frankreich auf der anderen Seite deutlich verschlechtert, sodass im Frühjahr 1792 ein Krieg drohte.

Ludwig XVI. war an diesem Krieg ebenso interessiert wie zahlreiche Revolutionäre, weil er dadurch auf eine Besserung seiner Lage hoffte. So begann am 20. April 1792 der Erste Koalitionskrieg, der bis 1797 andauern sollte. Die Preußen und Österreicher marschierten in Frankreich ein, um die Herrschaft Ludwigs XVI. wiederherzustellen.

Nach außen hin stellte sich der König auf die Seite der französischen Regierung. Insgeheim ließ er jedoch den neuen österreichischen Kaiser Franz II. sowie die deutschen Fürsten wissen, dass er mit ihnen sympathisierte.

Als der Herzog von Braunschweig damit drohte, Paris völlig zu zerstören, wenn dem König ein Leid geschehe, fachte dies den Widerstandswillen der Franzosen erst recht an. Je weiter Preußen und Österreicher in Frankreich vorrückten, desto schwieriger wurde die Lage für Ludwig XVI. Die radikalen Revolutionäre, die ihm misstrauten, forderten offen seine Absetzung und gewannen zunehmend an Stärke.

Sturz des Königs

Am 10. August 1792 kam es in Paris zu offenem Aufruhr, nachdem die Jakobiner unter Führung von Robespierre zum Sturz von Ludwig XVI. aufgerufen hatten. Starke bewaffnete Kräfte stürmten den Tuilerien-Palast, wo sie ein Massaker unter der Schweizer Garde anrichteten. Dem König und seiner Familie gelang es, in die benachbarte Nationalversammlung zu flüchten.

Nur drei Tage später kam es zur Verhaftung und endgültigen Absetzung des Königs und seiner Familie, die unter Hohn und Spott des Mobs ins Temple-Gefängnis gebracht wurden. Von nun an erhielt Ludwig den Namen Louis Capet zugewiesen, nach Hugo Capet, dem Ahnherren der französischen Herrscher.

Die offizielle Entthronung des Königs erfolgte am 21. September 1792 durch die erste Sitzung des Nationalkonvents und die Ausrufung Frankreichs zur Republik. Einen weiteren Tiefschlag für Ludwig XVI. bedeutete die Niederlage der österreichisch-preußischen Truppen bei Valmy, die nun den Rückzug antreten mussten.

Haft und Prozess

Ende September wurde der ehemalige König in einem großen Wehrturm untergebracht. Außerdem fand sich bei Ludwig XVI. eine Schatulle, die belastende Dokumente enthielt. So hatte er heimliche Verhandlungen mit den Österreichern geführt, revolutionäre Politiker bestochen und Kontakt zu königstreuen Emigranten gehalten.

Ab dem 11. Dezember 1792 fand der Prozess des Nationalkonvents gegen Ludwig XVI. in der Salle du Manège statt. Der frühere König stritt jegliche Schuld ab, doch vor allem Robespierre forderte seinen Tod. So war seiner Meinung nach der Konvent nicht in der Lage, Ludwig XVI. freizusprechen, weil er sich dann selbst anklagen würde.

Todesurteil

Zwischen dem 16. und 17. Januar 1793 entschied sich Ludwigs Schicksal. Schließlich wurde er mit 387:334 Stimmen der Verschwörung gegen den Staat für schuldig gesprochen und zum Tode durch die Guillotine verurteilt. Zu jenen, die für Ludwigs Tod stimmten, gehörte sogar sein eigener Vetter Herzog Philippe von Orléans, den wenige Monate später das gleiche Schicksal ereilen sollte.

Ludwig XVI. nahm sein Todesurteil mit Gelassenheit hin und tröstete seine Familie.

Hinrichtung Ludwigs XVI.

Ludwigs letzte Stunde schlug am Vormittag des 21. Januar 1793 auf der Place de la Révolution. Dabei verhielt sich der König souverän und beteuerte noch einmal dem Volk gegenüber seine Unschuld. Kurz darauf wurde er vom Henker Charles-Henri Sanson mit dem Fallbeil geköpft.

Seine Beisetzung fand auf dem Friedhof de la Madeleine statt. 1815 erfolgte die Überführung der sterblichen Überreste in die Basilika Saint-Denis.

Ludwigs Gemahlin Marie-Antoinette musste sein Schicksal am 16. Oktober 1793 teilen und fand ebenfalls unter der Guillotine ihr Ende. Sein Sohn und Nachfolger Louis Charles (Ludwig XVII.) starb 1795 im Temple-Gefängnis. Er wurde nur zehn Jahre alt. Einzige Überlebende war Ludwigs Tochter Marie Thérèse Charlotte, die Ende 1795 aus der Gefangenschaft entlassen wurde und nach Wien ging.

Ludwig XVI. als Person

Bei Ludwig XVI. handelte es sich nicht um einen Machtmenschen. Es verlangte ihn nicht nach dem königlichen Thron. Die Rolle des Königs stellte vielmehr eine Belastung für ihn dar, der er sich jedoch stellte. Moral und Bildung waren für Ludwig XVI. von größerer Bedeutung als das Repräsentieren des Hofes.

Leidenschaftlich betätigte sich Ludwig XVI. handwerklich und reparierte Uhren oder zeichnete Karten. Kostspielige Vergnügungen waren ihm fremd. Stattdessen war er an Geschichte, Geographie und Seefahrt interessiert.

Durch seine religiöse Anschauung und den hohen Respekt vor seinem Amt geriet der König in Konflikt mit den Revolutionären. Ludwigs Tragik lag auch darin, dass er sich mit der konstitutionellen Monarchie und der Rolle, die ihm in ihr zugedacht war, nicht abfinden konnte.

Ein Tyrann war Ludwig XVI. aber nicht. So ließ er während seiner Regentschaft niemanden aus politischen Gründen zum Tode verurteilen. Darüber hinaus veranlasste er einige Reformen, scheiterte jedoch durch den Widerstand des Adels mit seiner geplanten Finanzreform.

Letztlich zeigte er sich bei den Reformen der Aufklärung jedoch wankelmütig. So lag eine Welt ohne die Ordnung des Adels und der Kirche jenseits seiner Vorstellungskraft.

Bei Ludwigs öffentlicher Hinrichtung handelte es sich um einen einmaligen Akt in der Geschichte Europas, der sich nur mit der Hinrichtung des englischen Königs Karl I. im Jahr 1649 auf Geheiß von Oliver Cromwell vergleichen ließ.

Auf lange Sicht führte der Tod Ludwigs XVI. auch zum Ende des französischen Königtums, wenngleich seine Brüder Ludwig XVIII. und Karl X. später noch seine Nachfolge antraten.

Am Ende diente Ludwig XVI. auch als geeigneter Sündenbock für das Versagen vieler Beteiligter und musste dafür mit seinem Leben bezahlen.