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Am 5. und 6. Oktober 1789 fand der Zug der Marktfrauen nach Versailles statt.

Dadurch wurde der König zum Umzug nach Paris gezwungen.

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14. Juli 1789 - Sturm auf die Bastille
Sturm auf die Bastille

Der Sturm auf die Bastille zählt zu den bedeutendsten Symbolen der Französischen Revolution.

Er ereignete sich am 14. Juli 1789. Klicke hier, um den Artikel weiterzulesen …

Unter der „Großen Furcht“ (La Grande Peur) werden Ereignisse in der Anfangsphase der Französischen Revolution verstanden.

Dabei kam es im Juli/August 1789 zu einem Aufstand der Bauern, der von Gewalt überschattet wurde. Klicke hier, um den Artikel weiterzulesen …

Die Aufklärung übte entscheidenden Einfluss auf die Französische Revolution aus.

So wurden die Aufständischen teilweise stark von ihren Ideen geprägt. Klicke hier, um den Artikel weiterzulesen …

Am 20. Juni 1789 fand der Ballhausschwur statt.

Er gilt als Auftakt zur Französischen Revolution. Weiterlesen …

Französische Revolution Symbolbild

Die Französische Revolution zählt zu den wichtigsten Ereignissen der europäischen Geschichte. Ihr Motto lautete: Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit.

Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit

Die Französische Revolution begann 1789 mit dem Sturm auf die Bastille und endete 1799 mit der Machtübernahme durch Napoleon Bonaparte. Ihr grundlegendes Motto Liberté (Freiheit), Égalité (Gleichheit) und Fraternité (Brüderlichkeit) ist noch heute in Erinnerung.

Die Revolution hatte das Ende der absolutistischen Ständeherrschaft zur Folge. Dafür hielten grundlegende Werte und Ideen der Aufklärung Einzug, die sich letztlich nicht nur über Frankreich, sondern sogar über den europäischen Kontinent verbreiteten. Im Vordergrund standen dabei besonders die Menschenrechte.

Die Werte der Französischen Revolution beeinflussten auch das Demokratieverständnis der heutigen Zeit und riefen in Europa gesellschaftspolitische Umwälzungen hervor. Noch in der Gegenwart stützt sich die Französische Republik als westlicher liberaldemokratischer Staat auf die Errungenschaften, die durch die Revolution entstanden.

Die drei Phasen der Französischen Revolution

Historiker teilen die Französische Revolution in drei Phasen ein. In der ersten Phase von 1789 bis 1791 kämpften die Revolutionäre für ihre bürgerlichen Freiheitsrechte und wollten eine konstitutionelle Monarchie errichten.

Die zweite Phase zwischen 1792 und 1794 stand im Zeichen des Terrors. Dabei bildete sich eine radikaldemokratische Republik, deren Regierung mit Terrormethoden gegen all jene vorging, die sie für Feinde der Revolution hielt.

Die dritte Phase nach Ende des Terrors zwischen 1795 und 1799 wird als Direktorialzeit bezeichnet. Die politische Führung war vor allem von den Interessen des Besitzbürgertums geprägt. Sie konnte ihre Macht jedoch nur mühsam gegen die monarchistischen Restaurationsbestrebungen sowie Bürgerinitiativen, die sich für soziale Gleichheit einsetzten, behaupten.

Den wichtigsten Faktor zum Aufrechterhalten von Ordnung und Macht bildete das Bürgerheer, das während der Revolutionskriege entstand und letztlich Napoleon Bonaparte (1769-1821) seinen Aufstieg an die Spitze Frankreichs ermöglichte.

Zu einer ausführlichen Zeittafel zur Französischen Revolution geht es hier.

Verhältnisse vor der Französischen Revolution

Bevor die Französische Revolution ausbrach, wurde Frankreich vom Absolutismus beherrscht. Dabei übte der französische König Ludwig XVI. (1754-1793) umfassende Macht über den Staat aus. Bereits Ludwig XIV. (1638-1715) hatte den Spruch getätigt: „Der Staat bin ich“. An diese Maxime hielten sich auch seine Nachfolger, sodass sie ihren Untertanen kaum politisches Mitspracherecht zubilligten.

Einen großen Teil der Macht im Lande übten aber auch die adligen Feudalherren aus, die sich im Besitz großer Ländereien befanden. Die Bauern, die für die Feudalherren arbeiteten, erhielten jedoch keinerlei Besitzrechte für das Land, das sie bewirtschafteten. Viele von ihnen mussten den Adligen als Leibeigene dienen und waren damit an deren Gesetze gebunden.

Im 18. Jahrhundert bestand im französischen Königreich eine Ständegesellschaft. Die ersten beiden Stände wurden von den Adligen sowie der Kirche gestellt. Den dritten Stand bildeten die einfachen Menschen. Obwohl sie eine Vielzahl an Pflichten ausüben mussten und schwer arbeiteten, besaßen sie kaum Rechte.

Darüber hinaus herrschten in Frankreich problematische wirtschaftliche Bedingungen, die sich wiederum auf die einfachen Menschen besonders verheerend auswirkten.

Die Ständevertretungen bildeten eine Lücke in der absolutistischen Herrschaft des Königs. Diese Vertretungen existierten in 7 von 31 französischen Provinzen.

Des Weiteren gab es die obersten Gerichtshöfe, die die Bezeichnung Parlamente trugen und für die Genehmigung der Gesetze zuständig waren. Besetzt wurden die Parlamente vom französischen Amtsadel. Dabei bildeten sie eine Plattform, um gegen den König Widerstand zu leisten.

Wirtschaftliche Situation Frankreichs

Frankreich verfügte um 1788 über rund 25 Millionen Einwohner und war damit das bevölkerungsreichste europäische Land.

Obwohl sich die Wirtschaft teilweise positiv entwickelte, stieg die Verschuldung des Staates mehr und mehr an. Gründe dafür waren u. a. diverse Kriegsbeteiligungen wie am Siebenjährigen Krieg sowie die Teilnahme am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Diese hatten eine enorme Steigerung der Schuldenlast zur Folge. Allein die Zinsen zum Tilgen der Schulden beliefen sich 1788 auf 52 Prozent der kompletten Staatsausgaben. Das Militär beanspruchte 26 Prozent und auch der französische Hof hatte mit 6 Prozent einen stattlichen Anteil an den Ausgaben.

Schließlich war der französische Staat nicht mehr in der Lage, seinen Aufgaben nachzugehen und galt als nicht mehr kreditwürdig. Entlastungen waren nur machbar, wenn die Steuerbefreiung für Adel und Kirche aufgehoben wurde, sodass diese besteuert werden konnten.

So wurde der Staat fast ausschließlich vom Dritten Stand, also den einfachen Leuten, finanziert. Allerdings setzte sich der Dritte Stand nicht nur aus Arbeitern und Bauern, sondern auch aus Firmenbesitzern und vermögenden Bankiers zusammen, denen mitunter sogar mehr Geld zur Verfügung stand als manchen Adligen.

Versuchte ein Finanzminister jedoch, eine dringend notwendige Steuerreform durchzusetzen, scheiterte er am Widerstand von Hofadel und Parlamenten. Dies führte zu wachsender Unzufriedenheit des Volkes, und sogar Adlige zeigten sich empört über die Verschwendungssucht des Königs.

Einfluss der Aufklärung

Die in den Vorjahren einsetzende Aufklärung übte maßgeblichen Einfluss auf den Ausbruch der Französischen Revolution aus. Zahlreiche aufständische Gelehrte und Bürger vertraten die Ansichten der Aufklärung, die die Vernunft des Menschen ins Zentrum rückte.

Dagegen beabsichtigten die Aufklärer die alte Denkweise der Gesellschaft abzuschaffen. Auf diese Weise sollte die Unterdrückung des Volkes durch menschlichen Verstand und Freiheitsgeist ersetzt werden.

Im Laufe der Jahre wurde das Volk immer unzufriedener mit den bestehenden Verhältnissen und verlangte die Abschaffung des Ständesystems. An seine Stelle sollte eine demokratische Staatsform treten, in der alle Bürger die gleichen Rechte und Pflichten erhielten, was der König jedoch kategorisch ablehnte.

Beginn der ersten Phase der Französischen Revolution

1789 herrschte in Frankreich eine Missernte, sodass viele Menschen hungern mussten. Die Getreidepreise waren extrem angestiegen, während der König und die Adligen in ihren vornehmen Palästen in Überfluss lebten.

Darüber hinaus fanden viele Bürger keine Arbeit und es bestand Wohnungsnot. All diese Umstände vergrößerten die Wut des Volkes in zunehmendem Maße.

Zur Klärung der leidigen Steuerfrage berief Ludwig XVI. die drei Generalstände ein, die jeweils 300 Delegierte umfassten. Zwar vertrat der Dritte Stand mit 97 Prozent klar die Mehrheit des Volkes, erhielt jedoch nur ein Drittel aller Stimmen.

Aus diesem Grund riefen die Vertreter des Dritten Standes am 17. Juni 1789 die Nationalversammlung aus und wollten eine Verfassung ausarbeiten. Diese billigte dem König weniger Rechte zu.

Unterstützung erhielt die Nationalversammlung zudem von fortschrittlichen Adligen und Kirchenvertretern, die zum Teil von den Idealen der Aufklärung geprägt waren. So kam es am 20. Juni 1789 zum Ballhausschwur.

Der Sturm auf die Bastille

Der König dachte jedoch nicht ans Nachgeben. Daher befahl er heimlich, Truppen nach Paris zu verlegen, um Unruhen im Keim zu ersticken. Dies sorgte im Volk für so große Empörung, dass es am 14. Juli 1789 zum blutigen Sturm auf die Bastille kam, der als Beginn der Französischen Revolution gilt.

Die Bevölkerung machte damit klar, dass sie bereit war, für ihre Rechte gegen den König zu kämpfen. So kam es schließlich in großen Teilen Frankreichs zu Aufruhr. Schlösser der Adligen und Kirchen wurden von wütenden Bauern überfallen, geplündert und in Brand gesteckt.

Die Nationalversammlung in Versailles reagierte äußerst beunruhigt auf die Gewalttaten. Daher beschlossen die Delegierten im August 1789 die Abschaffung der Privilegien der ersten beiden Stände.

Ebenso wurden die Steuerbefreiung der Adligen und die Leibeigenschaft abgeschafft, um den Aufstand der Bauern zu beenden.

Die Versammlung arbeitete außerdem die Menschen- und Bürgerrechte genau aus und führte die Pressefreiheit ein.

Am 26. August kam es zur Verabschiedung der Beschlüsse, die König Ludwig XVI. allerdings unterzeichnen musste. Dieser weigerte sich jedoch zunächst.

Infolgedessen kam es am 5. Oktober 1789 zum Zug der Frauen nach Versailles. Hunderte von Frauen, die von der aufständischen Nationalgarde begleitet wurden, zogen zum königlichen Schloss und forderten dort vom König, den neuen Bürgerrechten zuzustimmen.

Außerdem musste der König in den Pariser Tuilerienpalast umziehen, was in ganz Europa großes Aufsehen erregte.

Eine neue Verfassung für Frankreich

Zum Senken der Schulden ließ der Staat am 10. Oktober 1789 sämtliche Kirchengüter enteignen. Ab 1790 wurde bestimmt, dass Bischöfe und Priester ihr Gehalt nun vom Staat erhielten und gewählt werden mussten. Die Verweltlichung zahlreicher kirchlicher Vorrechte erhielt die Bezeichnung Säkularisierung, was jedoch das Missfallen von Papst Pius VI. hervorrief und zur religiösen Spaltung Frankreichs führte.

Da sich der Druck auf König Ludwig XVI. immer mehr erhöhte, versuchte er im Juni 1791 mit seiner Gemahlin Marie-Antoinette ins Ausland zu fliehen. Die Flucht scheiterte jedoch und das Königspaar musste nach Paris zurückkehren.

Am 3. September 1791 fand das Verkünden der neuen französischen Verfassung statt. Frankreich war nun eine konstitutionelle Monarchie, in der der König nur noch über eingeschränkte Macht verfügte, aber weiterhin als Staatsoberhaupt fungierte.

Allerdings waren durch das Zensuswahlrecht zahlreiche Bürger von politischer Teilhabe ausgeschlossen. So durften nur Männer ab 25 Jahren wählen, von denen ein bestimmter Mindestbeitrag an Steuern entrichtet wurde. Dabei erfolgte die Wahl nicht direkt, sondern über Wahlmänner, die noch höhere Steuern zahlten.

Die zweite Phase der Französischen Revolution

Trotz dieser wichtigen Reformen heizte sich die Stimmung in Frankreich immer weiter an. Am 20. April 1792 kam es zur Kriegserklärung der Nationalversammlung an Preußen und Österreich (Erster Koalitionskrieg). So war der König insgeheim Bündnisse mit ausländischen Mächten eingegangen, die eine Ausweitung der Französischen Revolution in ihre eigenen Herrschaftsbereiche fürchteten.

Die Armeen Österreichs und Preußens brachten die Revolutionstruppen zunächst in schwere Bedrängnis. Am 10. August 1792 gingen die Revolutionäre daher zum Sturm auf den Tuilerienpalast über und nahmen Ludwig XVI. samt seiner Familie gefangen.

Mit dieser zweiten Revolte begann die zweite und radikalste Phase der Französischen Revolution. Der Adel wurde gestürzt, was das Ende der alten Ordnung in Frankreich bedeutete.

Frankreich wird Republik

Nach der Abschaffung der Monarchie kam es am 21. September 1792 zum Ausrufen der Republik. Auch die Nationalversammlung löste sich auf und wurde durch einen Nationalkonvent ersetzt.

Die Wahlen, die zur Versammlung des Nationalkonvents abgehalten wurden, stärkten die linken Jakobiner und die gemäßigten Girondisten. Ebenfalls vertreten waren die rechten königstreuen Royalisten. Zum Anführer des radikalen Flügels der Linken stieg Maximilien Robespierre (1758-1794) auf.

Durch das Vordringen der österreichisch-preußischen Truppen kam es zu Gegenbewegungen der königlichen Anhänger. Die Niederschlagung dieses Aufstands führte zu den Septembermassakern, denen rund 1200 Königstreue zum Opfer fielen.

Hinrichtung des Königs

Auch vor dem König selbst wurde nicht haltgemacht. Mit 361 zu 360 Stimmen verurteilte der Nationalkonvent Ludwig XVI. zum Tod durch die Guillotine. Die Hinrichtung wurde am 21. Januar 1793 vollzogen.

Da England nun ein Bündnis aller Europäer gegen Frankreich forderte, radikalisierten sich die extremen Jakobiner immer mehr und gingen rücksichtslos gegen ihre Gegner vor. Robespierre stieg zum mächtigsten Jakobiner auf und prägte die Zeit des Großen Terrors.

Im März 1793 kam es zur Entstehung des Revolutionstribunals, das Verdächtige anklagte und verurteilte. Infolgedessen wurden ab September 1793 Schnellverfahren eingerichtet, die eine Vielzahl an Todesopfern forderten.

Der große Terror

Im Frühling 1794 ging Robespierre verstärkt gegen die Girondisten vor. Sogar Mitkämpfern der ersten Stunde der Revolution wurde der Prozess gemacht.

Dazu gehörte u. a. Georges Danton, der als einer der Väter der Französischen Revolution galt. Als der Politiker den Versuch unternahm, Frieden mit den ausländischen Mächten zu schließen, wurde er wegen Verschwörung gegen die Revolution angeklagt und am 5. April hingerichtet.

Bis Juli 1794 erfolgte die Jakobinerherrschaft, die die blutigste Phase der Revolution markierte. Brutalität und Angst gingen in Frankreich um.

Als Robespierre jedoch ankündigte, weitere Hinrichtungen an Konventsmitgliedern vornehmen zu lassen, setzten diese sich zur Wehr und stürzten den Tyrannen, der mit seinen treuesten Anhängern am 28. Juli 1794 öffentlich per Guillotine hingerichtet wurde.

Die dritte Phase der Französischen Revolution

In der dritten Phase der Französischen Revolution stabilisierte sich die Lage in Frankreich zunächst etwas. Die Konventsmitglieder verfolgten lieber ihre eigenen Interessen als Angehörige des Besitzbürgertums.

Da sie Regelungen zu Höchstpreisen abschafften und den Getreidemarkt freigaben, kam es schon rasch zur Entwertung des Geldes sowie zu einer Knappheit an Nahrungsmitteln.

Während das Großbürgertum daraus sogar seine Vorteile zog, verarmten dagegen große Teile der Bevölkerung. Aufstände der Royalisten wurden von der Nationalgarde niedergeschlagen.

Ab dem 23. September 1795 trat anstelle des Nationalkonvents ein gewähltes Direktorium, das aus fünf Mitgliedern bestand. Doch weiterhin wurde Frankreich von Unruhen erschüttert.

1797 entschlossen sich drei der Direktoren zu einem Staatsstreich, der u. a. von dem jungen korsischen Offizier Napoleon Bonaparte unterstützt wurde, damit die Royalisten nicht an die Macht gelangten.

Aufgrund der nicht endenden Wirtschaftskrisen und Hungersnöte empörten sich immer mehr Menschen gegen das Direktorium. Am 9. November 1799 fand erneut ein Staatsstreich statt, in dessen Rahmen Bonaparte als Erster Konsul die Macht über die provisorische Regierung übernahm.

Am 13. Dezember 1799 wurde eine neue Verfassung eingeführt. Gleichzeitig verkündete Bonaparte das Ende der Französischen Revolution.

Menschen- und Bürgerrechte als Erbe der Französischen Revolution

Trotz all ihrer Wirrnisse und Schrecknisse prägte die Französische Revolution die europäische Geschichte wie kaum ein anderes Ereignis.

Durch die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte 1789 entstanden moderne Prinzipien, die letztlich den Untergang der absolutistischen Monarchien einleiteten.

Diese Prinzipien hatten ihren Ursprung in der Unabhängigkeitserklärung der Kolonien Nordamerikas.

Noch heute fordern die Vereinten Nationen die weltweite Einhaltung von Menschen- und Bürgerrechten.